Testfelder zeigen, was wirkt, ohne zu schaden. Wir beginnen trocken, arbeiten dann mit minimaler Feuchte und fangen gelösten Schmutz sofort auf. Weißölreste, Nikotin und alte Polituren weichen schrittweise. Zwischentrocknungszeiten verhindern Flecken, und jeder Schritt bleibt dokumentiert, damit Entscheidungen reproduzierbar und überprüfbar bleiben.
Dicke Kunstharzschichten reizen zu harten Mitteln, doch Geduld siegt. Gelartige, citrusbasierte Reiniger, Alkohol für Schellack und kontrollierte Wärme lockern Schichten selektiv. Mechanisch arbeiten wir mit Skalpellen und Ziehklingen, stets flach geführt. So bleiben Kanten scharf, Furniere sicher, und Dekore respektvoll erhalten.
Wasserflecken auf Schellack reagieren oft auf Alkohol und sanfte Polierträger. Weißringe lassen sich mit Wärme und Druck mindern. Eingebrannte Topfspuren verlangen Retuschefüllungen. Vor jeder Maßnahme prüfen wir Untergründe, denn unterschiedliche Lacke, Beizen und Holzarten benötigen abgestimmte Strategien, um Schäden nicht zu vergrößern.
Mit Ballen, Alkohol und hauchdünnen Schichten erzeugen wir Tiefenglanz, der Maserungen leuchten lässt. Fehler lassen sich punktuell auspolieren. Der Naturharzfilm bleibt diffusionsoffen, geruchsarm und historisch stimmig, besonders bei Biedermeier und Jugendstil. Gleichzeitig ist er jederzeit lokal lösbar, falls spätere Reparaturen nötig werden.
Nach sorgfältigem Schleifen bis zur feinen Körnung tragen wir Lein- oder Tungöl ein, warten auf Sättigung und polieren mit Wachs nach. Die Oberfläche fühlt sich warm an, bleibt reparaturfreundlich und lässt sich saisonal auffrischen. Zusatzstoffe wählen wir sparsam, um Emissionen und Vergilbung zu vermeiden.
Moderne Wasserlacke sind robust und deutlich emissionsärmer als lösemittelhaltige Alternativen. Wir wählen matte Systeme, um historische Anmutung nicht zu überstrahlen, und setzen sie nur dort ein, wo Stoßfestigkeit gefordert ist. Zwischenschliffe reduzieren Aufrauen, und geregelte Trocknung verhindert Einschlüsse sowie unnötige Nacharbeit.
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